Wie erwähnt, habe ich mich acht Tage lang zurück gehalten. 260 km/h, mehr war nicht drin. Heute endlich geht es auf die A31 Richtung Norden.
Der Audi R8 schafft 306 km/h
Wer auf einem VW Käfer (34 PS) den Führerschein gemacht hat, für den war eine Geschwindigkeit von 130 km/h der Wahnsinn. Mit einem 90-PS-Mercedes die Traummarke von 160 km/h geknackt. Ich überspringe mal einige Autos. Mit dem Porsche 944 Turbo irgendwas um die 250 km/h gefahren. Plötzlich flattert der Außenspiegel und man merkt, wie kurvig die A43 ist.
Für jemand, der vielleicht noch nie so eine Geschwindigkeit gefahren ist, die jenseits von 300 km/h liegt: Das erste Mal 200 km/h ist der Wahnsinn. Aber man gewöhnt sich daran. 220 km/h sind, wenn die Autobahn einiger maßen frei ist, auch kein Problem. Jetzt kommen die Quantensprünge. 250 km/h ist schon sehr schnell – höchste Konzentration ist gefordert. 275 km/h: Jetzt darf man überhaupt keinen Fehler machen. Bei 300 km/h – auch wenn die Bremsen überdurchschnittlich gut sind – das ist wie fliegen. Man legt theoretisch 600 km in zwei Stunden zurück. Man fährt 3.000.000 m pro Stunde, 5.000 m pro Minute und 83,3 m pro Sekunde. Ein Fahrzeug, das mit 300 km/h unterwegs ist, ist im Vergleich zu einem mit 100 km/h, ist 55,5 m/s schneller. Das macht das schnell Fahren so gefährlich.
Der R8 fährt jetzt auf der Autobahn Richtung Norden und ist schon einigermaßen warm. Also mal auf 200 km/h beschleunigen. Denn auch High-Tech-Maschinen brauchen einen Körper, der aufgewärmt ist – vergleichbar mit einem Spitzensportler. Die Öltemperatur liegt jetzt jenseits von 100 Grad C, so bei ca. 120 Grad. Ich beschleunige auf 260 km/h. Endlich ist alles frei, rechts und links kein Auto auf der A31. Der R8 zieht bis 295 km/h an einem Stück durch, dann, also ob er durchschnauft, weiter auf 300 km/h, 303 km/h – runter vom Gas.
Jetzt weiß ich auch, warum der R8 eine digitale Anzeige hat. Die habe ich vorher aktiviert, weil das genaue Ablesen der Geschwindigkeit auf dem analogen Gerät bei dem Tempo schwierig ist. Zweiter Anlauf. Diesmal zieht der R8, zumindest gefühlt, sofort bis auf 306 km/h durch. Mir reicht es. Vielleicht wären noch 2-3 oder gar 4 km/h mehr drin gewesen. Ich lasse den R8 auslaufen und fahre von der Autobahn ab. Zurück nach Hause geht es via Landstraße.
Wie viel sind 306 km/h auf dem Tacho in “echt”? 295 km/h – egal, die Zahl ist astronomisch. Wichtig war, die Geschwindigkeit einmal erlebt zu haben. In Nardo, das liegt in Süditalien werden einmal im Jahr diese Geschwindigkeitstest von Auto Motor Sport gefahren. Vorher werden die Teilnehmer genau gebrieft, wird der Luftdruck exakt überprüft. Ein Reifenschaden bei der Geschwindigkeit ist tödlich.

Der R8 hat die 300 km/h-Grenze souverän geknackt. Keine Selbstverständlichkeit, denn bei diesen Geschwindigkeiten wird ein sehr hoher Energieanteil benötigt, um den Luftwiderstand zu überwinden. Aber das Thema hatten wir ja schon (Wenn die bunten Fahnen wehen).
Linktipps:
- Der Audi R8 auf Autoplenum.de
- Der Audi R8 V12 TDI
- Audi R8 4.2 quattro FSI
- Weiter mit dem Porsche 997 GTS
- Alle Beiträge zum Thema Sportwagen
Fotos © 2009 Gerd Kebschull

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Hallo Gerd
Das erste mal 270 km/h bin ich 1994 in einem nicht abgeregelten BMW M3 gefahren.Die magische 300kmh Marke habe ich auf einer Suzuki Hayabusa, seinerzeit ebenfalls noch offen, erlebt.
Nur zu gut kenne ich das, wenn langsam der Tunnelblick einsetzt und man sich nur noch auf Punkte, ca 250m voraus,konzentrieren kann. Sieht man dann ein Fahrzeug, welches sich eventuell auch noch nach links absetzt, heißt es Anker werfen und die Bremsanlage einem Belastungstest aussetzten. Der arme Teufel vor einem kann ja gar nicht erahnen, was da von hinten auf ihn zukommt.
Auch wer einen Gedanken an die Reifen oder an technische Probleme verliert, kann solche Geschwindigkeiten nicht mehr fahren.
Der Nutzwert des Autos steht hier,Gott sei Dank; nicht zur Diskussion. Die Aussage sollte sicher heißen, wer solch eine Verbindung von Sportlichkeit und Komfort auf die Beine stellt, bei dem kann man ruhigen Gewissens auch eine gewöhnliche Limousine kaufen. Und diese Aussage ist zutreffend.
Einmal im Jahr leiste ich mir ein Wochenende mit einem Auto oder Motorrad, welches ich mir nie käuflich leisten könnte. Dieses Auto steht auch mit ganz oben auf der Liste.
Gruß
Dann viel SPASS damit. Allein das Anspringen ist schon ein Genuss und wenn man dann langsam aus der Garage fährt,… Gänsehaut.
Audi R8 nen viel zu teures Auto für ne halb halb Mischung!
Da gibt es viele bessere Autos!