Das hohe C ist KLASSE

von Gerd Kebschull am 28. Februar 2010

Ein neues Auto steht in den Startblöcken. Die neue C-Klasse von Daimler. Das neue Fahrzeug soll sich vom Design stark an die Studie F 800 orientieren, der als Mercedes-Benz F 700 schon 2007 auf der IAA parallelisiert hat. Eine gute Entscheidung angesichts leerer Kassen bei Daimler?

Studie Mercedes-Benz F 800 als Vorbild für die neue C-Klasse

Der W 204 kam erst im März 2007 als dritte Generation auf den Markt und macht immer noch einen frischen, fast zeitlosen Eindruck. Aus der etwas farblosen Limousine von 1993 ist ein schnittiges coupe-ähnliches Auto geworden.

Mercedes-Benz F 800 Forschungsfahrzeug

Der Neue möchte ganz andere Akzente setzen. Einen Ausblick auf das zukünftige Design soll die Studie Mercedes-Benz F 800 auf dem Genfer Autosalon (2. bis 14. März 2010) geben. Die C-Klasse soll wieder eleganter und schlanker werden, eben das Muskulöse verlieren. Besonders soll der neue Shooting Star beim Verbrauch glänzen.

Futuristisches Design: Mercedes-Benz F 800 Forschungsfahrzeug

Aber sind das alles Dinge, die uns als Verbraucher interessieren? Klar, will heute keiner mehr eine C-Klasse mit dem Design von 1993 kaufen – und können wir uns das Auto dann überhaupt noch leisten? Schon heute kostet eine passabel ausgestattete C-Klasse als C 220 CDI BlueEFFICIENCY (Elegance) mehr als 45.000 Euro. Das sind 90.000 Mark für eine doch eher kleine Limousine.

Weitere Probleme sind die vielen kleinen “Helferlein”, welche die Autos immer schwerer und teurer und nicht zuletzt auch störungsanfälliger machen. Mercedes-Benz hat mit einer groß angelegten Marketing-Kampagne Paris – Peking 2006 mit der E-Klasse beweisen wollen, dass sie doch in der Lage sind, solide Autos zu bauen. Die jüngsten Macken der Mercedes Einspritzdüsen (Piezo-Injektoren) im Herbst letzten Jahres sind uns leider noch bestens in Erinnerung.

Fazit: Mercedes muss mit der neuen C-Klasse einen guten Wurf landen, denn schließlich sind das die Autos, mit denen Daimler die Kassen füllen will und muss. Elegantes Design ist wichtig. Noch wichtiger ist aber ein akzeptabler Preis und eine hohe Solidität, halt schwäbische Gründlichkeit für ein Auto, dass man gern auch einige Jahre länger fahren kann. Wann die neue C-Klasse kommen wird? Funkstille aus Stuttgart.

Linktipps:

  • Mercedes-Benz auf autoplenum.de, hier sprechen die kritischsten Tester, die User von autoplenum.de
  • Autokauf Premium-Hersteller Mercedes-Benz auf blog.autoplenum.de

Fotos © Daimler AG

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Pepe Jones 28. Februar 2010 um 15:23

Hey, nichts gegen den W202. Unser C220 Elegance ist mir richtig ans Herz gewachsen ;) Und der läuft wirklich noch mängelfrei… seit 1993 ;)

Gerd Kebschull 28. Februar 2010 um 17:21

@Pepe: Um Gotteswillen, nein. Wie ich schon oft erwähnt habe, sind gerade die „alten“ Fahrzeuge von Mercedes, Audi und BMW ein Garant für solides Fortkommen. Wie erwähnt, sind wir mit unserem 190D und 250D immer bestens unterwegs gewesen.

Kraeker 2. März 2010 um 21:24

Was erwarte ich von einem Mercedes (oder anderem deutschen Premiumhersteller)?
1. Einen qualitativen Gegenwert zum doch deutlich höherem Preis.
-Materialauswahl, Verarbeitung, technische Reife der Produkte
2. Bei einem “Premiumprodukt” erwarte ich auch einen “Premiumservice”. Hier können deutsche Werkstätten mal bei ihren amerikanischen Niederlassungen was lernen.
3. Kundenbetreuung durch den Hersteller. Nur durch ausreichende Kommunikation, ausgehend vom Hersteller, kann man die Bedürfnisse, nach denen es zu entwickeln und zu produzieren gilt, ergründen.
Der Kunde sollte dem Unternehmen näher stehen als der Aktionär.

Sind das zu viele Erwartungen?

Gerd Kebschull 3. März 2010 um 08:46

@Kraeker: Grundsätzlich hast Du RECHT! Aber leider werden viele Manager nur für den kurzfristigen Erfolg belohnt. Da werden schnell Stellen nicht nachbesetzt, die dringend benötigt werden, billige Ersatzteile eingebaut (Zulieferer durch zu niedrige Preise “geknechtet”) usw.
Oft meine ich auch zu erleben, dass die Mitarbeiter nicht mehr so motiviert sind. Woran liegt da? Ist die Fun-Gesellschaft nur noch auf Freizeit getrimmt? Oder werden viele motivierte Mitarbeiter durch das täglich “Klein-Klein” so genervt, dass sie einfach keinen “Bock” mehr haben (s.a. Strom sparen ist Unternehmenskultur)

Kraeker 3. März 2010 um 20:41

Hallo Gerd

Eigentlich wollte ich auf das Problem mit den Zulieferern und den Mitarbeitern, sowie das ganz spezielle Thema Manager nicht eingehen. Es ist sehr komplex und zum Teil auch politisch. Nur so viel: Ich arbeite selber bei einem Zulieferer und kenne das “Auftreten” der Hersteller. Auch 20 Jahre nach der Wende arbeite ich noch für ca.70% des westdeutschen Lohnniveaus. Und das, obwohl unsere Gießerei den höchsten pro Kopf-Umsatz macht.
2002 ist unser alter Chef leider verstorben. Er war noch ein Unternehmer. Seit der Zeit regieren nur noch Geschäftemacher bei uns. Den Unterschied muss ich hier niemanden erklären.
Viele meiner Kollegen arbeiten in drei Schichten, in der Produktion, in einer Gießerei, zusätzlich noch manche Wochenenden und gehen am Monatsende aufs Arbeitsamt, noch zusätzlich Hartz IV Zuschüsse beantragen.
Weiter vertiefen möchte ich dieses Thema nicht. Möge sich jeder seinen Reim darauf machen.

Grüße

GrueneAutos 4. März 2010 um 19:03

Also wenn es rein um das Design geht, wäre eine Orientierung am F 800 Style sicher eine gute Idee. Das Fahrzeug sieht doch genial aus. Und auch bei der Technik ist man auf dem richtigen Weg. Hybrid für die nähere Zukunft und Elektroantrieb mit Brennstoffzellen Range Extender für die fernere Zukunft.

Gerd Kebschull 11. März 2010 um 10:42

Die Diskussion finde ich ganz spannend.
Klar ist, die Produktivität und die Umsätze (Gewinne) müssen steigen. Aber wo führt das hin: Es müssen Leute entlassen werden. Stellen, die wegfallen, werden nicht nach besetzt und und und. Das Ende vom Lied: Rückrufaktionen. Auf mein kleines Redaktionsbüro bezogen. Wir hatten ein Super-Jahr 2009, wenn 2010 annähernd so gut wird sind wir zufrieden.
Zufriedenheit der Mitarbeiter als Unternehmenskultur. Wäre das nicht ein neues, wunderbares Ziel?

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