Die Internationale Automobilausstellung (IAA) ist etwas bescheidener geworden. Die Stände sind nicht mehr so groß und in vielen Hallen gibt es nur noch eine Etage mit Ausstellern. Aber dies hat der IAA eher gut getan, so meine Meinung.
Die neue Bescheidenheit
Ich erinnere mich an die Halle der DaimlerChrysler AG (»Rückblick von 1999, »Messerundegang 2007), die ich oft nicht besucht habe, weil man die Halle nur über eine Rolltreppe von “oben nach unten” erreichen konnte. Heute wird man dort mit einem Erfrischungsgetränk begrüßt. Die Halle ist überschaubar, in der zweiten Etage gibt weitere Exponate, z.B. zum Thema Wasserstoff.

Überrascht haben eher die “kleinen” Hersteller wie Peugeot, Citroen oder auch Fiat. Der Peugeot RCZ ist ein wirklich elegantes Fahrzeug geworden. Enttäuscht war ich vom Porsche-Stand. Viel zu dunkel, die Sportwagen richtig “lieblos” präsentiert – ziemlich traurig. Der neue Porsche Panamera stand irgendwie “verloren herum”. Also hier wurde wirklich die Spar(ß)bremse gezogen.
Audi – wie immer – vorbildlich. Gute Präsentation. Der Audi R8 Spyder ist sehr gut geworden und wird sicher – auch wenn das Geld bei den Großen nicht mehr so locker sitzt – seine Käufer finden. Interessant der neue Audi R8 e-tron Concept: Soll in nur 4.8 Sekunden die 100km/h-Marke überschreiten und um die 200 km/h schnell sein. Der Akku wiegt fast eine halbe Tonne. Noch Fragen? Natürlich war das Elektroauto bei jedem Hersteller ein Thema. Über die Preise schweigt man sich aber aus.
BMW hat sich mit Mini in der Halle 11 “breit gemacht”. Der Star war auch hier ein Concept Car, der neue BMW Vision EfficientDynamics – ein echter Hingucker. Hier konnten sich die Designer mal wieder richtig austoben. Unter vier Liter soll er verbrauchen. Ob wir den Wagen so einmal auf der Straße erleben werden? Ich bin da sehr skeptisch.
Linktipps:
- IAA – Internationale Automobilausstellung 2009 (Ausblick)
- IAA wird elektrisch

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In allen Hallen und bei allen Herstellern Elektrofahrzeuge.
Diese “Zero Emission Vehicle”; nennt man so; denn sie produzieren keine Schadstoffe, außer vielleicht während der Produktion. Aber dann nie mehr, denn sie verbrauchen keine fossilen Brennstoffe, sondern fahren mit Strom. Und wie wir alle wissen, kommt der Strom aus der Steckdose und ist daher völlig schadstoffrei.
So ein Elektrofahrzeug ist echt toll! Man kommt damit immerhin schon 60km weit, bevor man es wieder für mehrere Stunden an die schadstofffreie Steckdose hängen muss. Nur kaufen kann man diese Fahrzeuge nicht, noch nicht, vielleicht ab 2012, vielleicht?!
Macht ja nichts, es gibt ja noch die Hybridfahrzeuge, so als Übergang. Und die gibt es bei den deutschen Herstellern jetzt schon zu kaufen. Super!
Gut die Japaner haben so was schon seit 10 Jahren im Programm. Aber die deutschen Konstrukte sind viel besser und deutscher. Als Beispiel ein 4.0Liter V8 Hybrid, der obendrein nur 8l/100km verbrauchen SOLL. So was muss man den Deutschen erst einmal nachmachen. Da kann der kleine Japaner natürlich nicht mithalten.
Ebenso wenig wie bei der Präsentation mancher deutscher Premiumhersteller, die weder Kosten noch Mühen gescheut und sogar eine Carrerabahn im Maßstab 1 zu 1 mit humanuiden Fahrern zusammengebastelt haben.
Auf diesen, sich im Oval bewegenden Fahrzeugen prangt in großen Lettern eine Zahlenkombination, welche wohl den Verbrauch beschreibt. Dank der unglaublich niedrigen CO2 Emissionen muss sich der Zuseher in der Halle nicht einmal Gedanken um seine Gesundheit machen. Das nenne ich mal Fortschritt.
Nein, es war toll. Meine Erwartungen wurden erfüllt.
Dass es Hersteller gab, die es zeitlich nicht mehr rechtzeitig zur Messe “geschafft” haben und aus diesem Grund die ein oder andere Ausstellungsfläche oder Halle nicht belegt war, mag sicher auch daran liegen, dass sie von der großen Nachfrage nach ihren Fahrzeugen im ersten Halbjahr überrascht wurden und somit ihre Terminplanung in Gänze aus den Fugen geraten ist.
Fazit:
Kein vernünftiger Mensch kann etwas dagegen haben, dass sein Fahrzeug wenig verbraucht. Und es ist schön, dass es endlich Autos gibt, die diesem Grundgedanken folgen. Hätte man sicher schon früher haben können, aber die Automobilindustrie sah jahrelang keinen Zwang darin, verbrauchsarme Fahrzeuge anzubieten.
Insofern ist diese unheilige CO2 Diskussion doch noch einen Nutzen gebracht. Zumindest für Diejenigen, die sich ein neues verbrauchsarmes Fahrzeug leisten können.
@Mudder: Grundsätzlich habe Sie Recht. Da wird der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben.
Energetisch gesehen ist es immer sinnvoll Primärenergie zu nutzen. Denn bei jeder Umwandlung entstehen Verluste. Also nicht Gas in Strom umzuwandeln und diesen dann als Antriebsquelle nutzen – sondern dann gleich mit Gas fahren.
Aber – die Energieversorger habe das Problem eine gleichmäßige Auslastung zu fahren. Deshalb geben sie gern, preiswerten Strom in der Nacht ab.
Spielen wir mal das Szenario durch: Wir bestellen 1 Mio. E-Autos, die nachts aufgeladen werden. Evtl. müsste dann ein weiteres Kraftwerk gebaut werden, um diese “Energie-Lücke” zu schließen. Dann wäre auch plötzlich ganz schnell Schluss mit dem billigen Nachtstrom und die schöne Berechnung mit der Amortisation kippt in die falsche Richtung.