Autofahrer müssen ihre Sinne nutzen, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Dabei ist Sehen und Hören elementar wichtig. Bei den Augen unterziehen sich viele Autofahrer freiwillig regelmäßig einem Sehtest. Und wie ist das bei den Ohren? In vier Folgen wollen wir uns mit diesem Problem beschäftigen und drei unterschiedliche Hörgeräte vorstellen.
Schlechtes Hören merkt man kaum
Eine Hörschwäche entsteht in der Regel nicht von heute auf morgen, sondern ganz langsam. Meist werden die höheren Frequenzen schlechter wahrgenommen. Ein deutliches Zeichen ist, wenn man abends ständig den Fernseher lauter stellen muss. Spätestens dann, sollte man einen Hörgeräteakustiker aufsuchen.
Wer trägt hier ein Hörgerät?
Hörgeräte haben zu Unrecht einen schlechten Ruf. Oft hört man das Vorurteil: Ich bin doch noch kein alter Mensch. Außerdem sind diese Geräte “sündhaft” teuer. Beides stimmt nicht. Hörgeräte sind heute so klein, dass sie kaum wahrgenommen werden und auch die so genannten Kassengeräte sind heutzutage digital und von einer hervorragenden Qualität.
Der Hörgeräteakustiker hilft
Oticon Hit Pro
Um eine eventuelle Hörschwäche testen zu lassen, muss man nicht den Ohrenarzt konsultieren, sondern es reicht, der Hörtest bei einem Hörgeräteakustiker. Dieser Test dauert etwa eine Stunde und ist kostenfrei. Wird tatsächlich ein Hörproblem festgestellt, bietet der Hörgeräteakustiker in der Regel eine kostenlose Testwoche der Hörhilfen an. Viele Hörgeräte benötigen gar keinen speziell angepassten Ohreinsatz, arbeiten mit so genannten Schirmchen, so dass der neue Hörgeräteträger (ich sage absichtlich nicht Patient) sofort in den Genuss der neuen Lebensqualität kommt.
Kluge Hörgeräteakustiker stellen das Gerät zu Beginn der Testphase absichtlich “nicht optimal” ein, um den Menschen langsam und behutsam an die neue Situation zu gewöhnen. Denn plötzlich hört man wieder Geräusche, die vorher nicht vorhanden waren: Das Ticken einer Uhr, das Rascheln der Jacke und so weiter. Ist ein Hörgerät zu laut und zu hell eingestellt, kann es passieren, dass der angehende Hörgeräteträger diese neue Situation als nicht angenehm empfindet – und das wäre kontraproduktiv. Also wird das Gerät erst einmal nicht zu laut und etwas zu dumpf – also “nicht optimal” eingestellt, um die Umstellungsphase zu erleichtern.
Sicher ist, dass das neue Hörgefühl eine hohe Lebensqualität mit sich bringt. Es bedeutet auch ein Plus an Verkehrssicherheit: Hupen, Martinshorn usw. werden eher wahrgenommen. Das Gespräch in einem Restaurant – für viele Menschen mit einer Hörschwäche – eine anstrengende Situation, wird wieder zu einem Genuss.
In der nächsten Folge werden wir das erste Hörgerät (Oticon Hit pro) vorstellen. Es gibt zwar eine einfache Formel: Je teurer ein Hörgerät ist, umso höher ist auch die Qualität. Aber im individuellen Hörempfinden gibt es deutliche Unterschiede. Eines verspreche ich ihnen: Sie wollen nach wenigen Tagen auf ihr Hörgerät nicht mehr verzichten!
Linktipps:
- Forum Gutes Hören
- Teil 2: Gutes Hören
Fotos Redaktionsbüro Kebschull (1), Oticon (1)

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Übrigens gibt es auch eine kostenlose App. Unter “Hörtest für alle”.
Es ersetzt natürlich nicht den Gang zum Akkustiker, hilft aber für die erste Einschätzung, ob man noch gut hört.