Gutes Hören nützt (2)

von Gerd Kebschull am 27. März 2010

Autofahrer müssen ihre Sinne nutzen, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Im ersten Teil haben wir die grundsätzlichen Dinge für den angehenden Hörgeräteträger angesprochen. Jetzt gehen wir in die Testphase.

Mehrere Geräte nach einander testen

Natürlich gibt es neben Oticon noch zahlreiche andere Anbieter wie beispielsweise Siemens und Phonak, um nur zwei der größten zu nennen.

Oticon Vigio

"Fleischfarbe" war gestern: Farbenvielfalt bei den Hörgeräten

Nach dem man sicher ist, dass man sich für ein Hörgerät entscheiden will, sollte man sich von einem Ohrenarzt untersuchen lassen, denn dieser “verschreibt”, genehmigt die Hörgeräte. Die Anschaffung wird in der Regel von der Krankenkasse mit bis zu 420,- Euro pro Gerät unterstützt. Wenn der Hörgeräteakustiker sagt, das Gerät kostet 500 Euro, dann meint er 500 Euro pro Gerät. Der Eigenanteil beträgt somit 1000 Euro, plus 840,- Euro, diese Kosten allerdings werden von der Kasse übernommen.

Oticon Vigo

Über die benötigten Batterien hört man selbstverständlich unterschiedliche Aussagen . Ich persönlich zahle für einen Satz (6 Stück) Batterien (Größe 13) 3,- Euro und komme damit etwa sechs Wochen aus. Natürlich gibt es auch Hörgeräte, die alle drei bis fünf Tage einen Batteriewechsel benötigen. Dann kommt man vielleicht auf 6 bis 9 Euro pro Monat. Das sind keine Kosten, die einen ruinieren dürften.

Das Anpassen der Hörgeräte dauert meist etwa eine Stunde. Mein neues Hörgerät Oticon Hit Pro ist im Vergleich zu meinem aktuellen Gerät (Oticon Adapto P, zirka drei bis vier Jahre alt) schon wieder eine Klasse besser, obwohl das Oticon Hit Pro zur “low-cost”-Kategorie gehört. Der Aufpreis beträgt erfreulicherweise null Euro (also zuzahlungsfrei). Das Gerät kann vier Hörprgramme verwalten.

  • Programm 1: Der Vorschlag des Programms nach Auswertung der Audiogramms.
  • Programm 2: Meine individuelle Einstellung, etwas (5dB) lauter.
  • Programm 3: Slow-Modus, eine laute Situation, beispielsweise auf einem Fußballplatz, wird nur leise wiedergegeben.
  • Programm 4: Interview-Einstellung mit Richtmikrofoneinstellung. Geräusche, die nicht unmittelbar aus der Blickrichtung kommen, werden nicht verstärkt.

Ich teste grundsätzlich nur “Hinter-dem-Ohr-Systeme (Hdo), da ich persönlich die “Im-Ohr-Systeme” (IO) nicht so mag. Aber auch das ist eine individuelle Entscheidung. Eine Diskussion zu Thema “Zuzahlungsfreie Hörgeräte” gibt es »hier. Vielleicht kann man auch ein Auslaufmodell preisgünstig bekommen. Fragen sie ihren Akustiker.

Ich würde grundsätzlich immer meinen Test mit einem zuzahlungsfreien Gerät beginnen, einfach um die Unterscheide wirklich zu erleben. Lehnt der Hörgeräteakustiker dies ab, wäre es für mich ein Grund, einen anderen Akustiker zu konsultieren. Übrigens, testen ist wichtig. Scheuen sie sich auch nicht, den Hörgeräteakustiker wiederholt aufzusuchen, auch um eine Einstellung rückgängig zu machen, wenn sich die Hörqualität nach einer Verstellung des Hörgeräts nach meinem individuellen Empfinden verschlechtert hat. Carsten Hölscher, Hörgeräteakustikermeister:

“Nur gemeinsam können wir die optimale Einstellung für ein Gerät finden. Je mehr und genauer ein Hörgeräteträger seine Hörsituation beschreibt, umso genauer und optimaler kann ich das Gerät einstellen.”

Fazit: Von dem Gerät Oticon HitPro bin ich begeistert. Obwohl es ein low-cost-Gerät ist, bedeutet es, im Vergleich zu meinem alten System, schon wieder einen deutlichen Qualitätsvorsprung. In der nächsten Folge testen wir das Oticon VigoPro Connect. In der letzten Folge wird dann das absolut neueste Gerät vorgestellt: Das Oticon AgilPro mit externen Minihörer, ein Gerät, das erst seit Ende März 2010 auf dem Markt ist.

Linktipp:

Fotos  (c) Oticon

{ 1 Trackback }

Autofahrer – Gutes Hören nützt (1)
30. August 2010 um 07:46

{ 9 Kommentare… lesen Sie unten oder schreiben Sie selbst einen }

Insinger 27. Mai 2010 um 12:28

Vielen Dank für Ihre Informationen. Zu Batterien hätte ich eine Frage: Rentiert sich der Einsatz von Akkus? Die Kosten für Akku und Ladegerät sind relativ hoch, aber auf die Dauer könnte es sich rechnen.

mfg. O. Insinger

Gerd Kebschull 30. Mai 2010 um 14:24

Der Einsatz von Akkus und Ladegerät rechnet sich nicht, sagt auch mein Akustiker. Man weiß ja, dass nach diversen Ladungen die Laufzeiten immer kürzer werden (s.a. Notebook). So lange sechs Batterien nur 3 Euro kosten, bleiben wir bei Knopfbatterien.

Borck 27. August 2010 um 20:31

Die Artikel sind gut und informativ geschrieben-nur stimmen die Fakten auch?
Will das “HIT PRO” ausprobieren soll aber ca. 1400 € für beide zu zahlen! Im og. Beitrag steht jedoch “Zuzahlung frei”.
Was ist denn nun richtig?
Wäre für eine aktuelle Information dankbar!
Mit freundlichen Grüßen
Arno Borck

Gerd Kebschull 29. August 2010 um 13:40

Wie bereits erwähnt, gibt es da unterschiedliche Rechnungen. Meist wird von Zuzahlung pro Gerät gesprochen: Das Gerät kostet 800,- minus ca. 400 Euro Zuschuss von der Krankenkasse macht 400,- Euro Eigenbeteiligung. Das Hit Pro kosten knapp über 500,- Euro pro Gerät, so dass es viele Akustiker auch ohne Zuzahlung abgeben. Es lohnt ggf. auch mal das Geschäft zu wechseln.

Borck 29. August 2010 um 21:12

Erst einmal DANKE für die schnelle Reaktion!
Ist schon klar,dass der Preis immer nur für ein Ohr gilt, die Kk.zahlt fürs 2. Ohr auch weniger als 400€-im Durchschnitt aber ca. 400 pro Ohr. Ich verstehe Ihre Antwort so – die erwähnten 800 minus 400€ sind ein Rechenbeispiel, die “gut 500€ beziehen sich auf das
“Hit Pro” !?
Wäre ja sehr schön – nur habe ich im Internet als günstigsten Preis 950€ gefunden (www.hoergeräte24.com)
In der Liste der “zuzahlungsfreien Hörsysteme” vom vom “hoerzentralenverband.ch steht tatsächlich das Hit Pro mit 560€!
Aber steht “ch” nicht für die Schweiz!?
Bin schon zu Fielmann gewechselt und werde über meine Erfahrungen berichten.
mit freundlichen Grüßen

Gerd Kebschull 30. August 2010 um 07:53

Hallo Herr Borck,
vielen Dank für das Feedback. Freue mich auf Ihre Erfahrungen. Ich denke schon, dass man das Hit Pro „kostenlose“ bekommen kann. Man muss nur hartnäckig nachfragen.
Übrigens finde ich das Hit Pro besonders angenehm als offenes System, also nicht mit dem angepassten Ohrstöpsel sondern mit dem Schirmchen zu tragen.

Borck 30. August 2010 um 13:35

Mal sehen ob sich noch andere Leute an unserem Gespräch beteiligen!?
Habe nochmal nachgeschaut – der “hörzentralverband” mit seiner Tabelle ist wirklich aus der Schweiz und die Tabelle brandneu.
Liste der zuzahlungsfreien Hörsysteme Juli 2010 (211 KB)
Die dortigen Preise für das Hit pro müssten demnach Schweizer Franken sein und umgerechnet weit unter 500 € liegen.
Gibt es so eine Tabelle auch in Deutschland?
Wünsche einen schönen Tag!

Gerd Kebschull 31. August 2010 um 09:40

Es wäre schön, wenn sich noch weitere Leser an dieser Diskussion beteiligen und über ihre Erfahrungen berichten. Im Netz habe ich dieses Diskussionsforum gefunden.

Henry van Vaalen 30. Dezember 2010 um 21:19

Lieber Borck,

den Wechsel zu dem Brille Fielmann wirst du bereuen. Dort waren die Geräte fast 200 Euro teurer als bei dem Akustiker.

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