“Erbarme,…

von Gerd Kebschull am 21. September 2008

die Hesse komme”, da gibt es doch so einen Song. Ich meine eher: Erbarme, die Blitzer lauern – überall und immer, sogar am Sonntag – und nicht nur wo es verkehrstechnisch sinnvoll ist, sondern wo der meiste Profit eingefahren werden kann.

Der Rüpel als Sieger

(c) PixelioWer kennt ihn nicht, diesen Typ Autofahrer, der sich rücksichtslos durch den Verkehr kämpft, rechts, links überholt. Da wünscht man sich manchmal ein Polizeiauto in der Nähe (s.a. Stau in Hessen). Gestern noch erlebt, ein Motorradfahrer fuhr mit mindestens 100 km/h durch eine Kleinstadt. Mächtig Verkehr auf den Straßen. Wo war da die Polizei? Diese hätte den “Raudi” sofort stoppen müssen. Eine echte Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Nein, die Polizei steht auf der A7, an dem Gefällestück hinter dem Kasselerkreuz in Richtung Würzburg (hinter der AS Melsungen) und lauert den harmlosen Autofahrern auf. Die Autobahn ist dreispurig, hat die normale Breite. OK, da gibt es einige Kurven, die man aber locker mit 120 km durchfahren kann. Aber nein, da ist 100 angesagt! Dort genau stehen die lieben Kollegen, die wir beim Hessenstau so gern gesehen hätten, damit sie etwas Ordnung ins Chaos gebracht hätte. Hessen 3 meldet oft die Blitzer (auch auf der Homepage), die auf der A7 stehen, aber für den einen oder anderen kommt dieser Hinweis zu spät.

Paradoxerweise kommt dann ein Schild “Ende 100″ und dann folgt noch einmal eine richtig scharfe Kurve.

Vielleicht sollten wir Autofahrer einfach eine freiwillige Blitzerabgabe leisten, von sagen wir mal 200 Euro. Wir bekämen dann eine Blitzerplakette (Farbe Violet, da Rot, Grün, Gelb schon besetzt sind) und würden automatisch von der Zahlung von Knöllchen befreit. Denn wären die Polizei und die Ordnungsbeamten ehrlich, würden sie zugeben: Es geht gar nicht um die “gefährliche Situation im Straßenverkehr”, sondern nur “ums liebe Geld!”

LinkTipps:

Fotos © Pixelio | Uwe Steinbrich

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Stauschau | Autoplenum Blog
11. November 2008 um 08:35

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Pepe Jones 21. September 2008 um 16:28

In England sind die Blitzkästen gelb. So werden sie von den meisten erkannt und der gewünschte Effekt tritt ein: es wird an Unfallschwerpunkten oder Gefahrenstellen langsam gefahren. Nur Unaufmerksame und Ignoranten werden bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung zur Kasse gebeten. Zu recht natürlich.

Und hierzulande? Da sind die Blitzkästen in Nato-Oliv getarnt, in Leitplanken oder Mülltonnen versteckt. Der Effekt: keiner! Außer volle Gemeindekassen. So müssen sich die Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen, Abkassieren sei wichtiger als eine wirkungsvolle Unfallprävention. Denn die Einsicht jener, die mal irgendwann irgenwo geblitzt wurden, ist kurzlebig. Wer mit getarnten Blitzkästen auf eine allgmeine Geschwindigkeitszurückhaltung hofft, liegt mächtig daneben.

fred 22. September 2008 um 22:30

Richtig, ein Blitzer in einem echten Polizeitauto, blau auf silber oder grün auf weiss, hätte den selben Warnwert – bei Nettoverlust in der Kasse. Manchmal OK, manchmal zu offensichtlich scheinheilig?

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