DTM-Ralf: Das wird nichts…

von Gerd Kebschull am 6. Mai 2008

Eigentlich müsste man Ralf Schumacher für sein Engagement bei der DTM bemitleiden. Aber bei den meisten Motorsportfans wird wohl eher Schadenfreude vorherrschen.

Gott sei Dank, sind wenigstens die Damen langsamer

Könnte man meinen. Wenn man böse wäre, würde man feststellen, die lassen Ralf vorbei, damit sein Ego nicht noch mehr ramponiert wird. Aber Ralf Schumacher hat ein Problem: Für den Ruhestand zu jung und für die Topp-Rennserien nicht gut genug.

(c) Daimler AG

Schon in der Formel 1 hatte er nie die Klasse von Michael. Während der ältere Bruder die Scuderia auf Trapp brachte und einen Weltmeistertitel nach dem anderen holte, kam Ralph auch in guten Teams nicht über Mittelmaß hinaus.

Der Erfolg in der DTM stand von Anfang an auf tönernen Füßen. Schon Topp-Motorsportler wie Weltmeister Mika Häkkinen, Frank Biela und auch Heinz-Harald Frentzen sind gescheitert. Jean Alesie war ein Sympathieträger, hat den einen oder anderen Sieg geholt – aber wirklich Topp war auch er nicht. Die DTM ist nichts für Hobby-Motorsportler, nicht zum Ausruhen, bevor man in Rente geht – sondern eine Serie, die hungrige Piloten hervorbringt, die kämpfen und auch Teamgeist zeigen.

In der DTM geht es immer um Teamgeist. Die Autos – egal, ob die von Mercedes oder von Audi ins Rennen geschickt werden, liegen leistungsmäßig sehr eng zusammen. Die Männekes, die sich Fernando Alonso im letzten Jahr bei McLaren Mercedes geleistet hat, wären in der DTM nie möglich. Ich kenne Dr. Wolfgang Ullrich, den Motorsportchef von Audi gut genug, um beurteilen zu können, dass das bei Audi nie gegangen wäre. Frentzen ist nach seinen Eskapaden sofort vor die Tür gesetzt worden – Alonso wäre gleich hinterher geflogen.

Foto: DTM Präsentation in Düsseldorf: Ralf Schumacher, Bernd Schneider, © Daimler Pressefoto

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