Audi ist gut aufgestellt, habe ich vor etwa drei Jahren behauptet. Da wusste man auch noch nichts von der Bankenkrise und der Abwrackprämie. Nach einem kleinen Loch, hat Audi jetzt wieder die Kleinwagen “neu” entdeckt: Der Audi A1 wird noch in diesem Monat in den Showrooms stehen, der A2 (ab 2014) ist in der “Mache”. Auch andere Hersteller haben das Kleinwagensegment wieder entdeckt.
Kleinwagen, nicht für Premiumhersteller
An einem Kleinwagen kann man nichts verdienen, so das Motto der Premiumhersteller BMW, Mercedes und Audi. Aber Kleinwagen sind wichtig, denn sie können zu einer Markenbindung führen. Wenn man nach der Uni als Jungingenieur oder Kaufmann die ersten Sporen verdient hat und sich über einen gebrauchten A1 zum A3 hocharbeitet, wird man sicherlich als Familienvater eher einen A6 Avant kaufen, als wenn man dieses “Markenerlebnis” nie mit gemacht hat.
Volkswagen Up auf der IAA 2007
Dass es sogar noch kleiner geht, zeigt der neue Trend zum City-Flitzer. Haben die Entwickler der Premiummarken über einen Volkswagen Fox, Kia Picanto oder Hyundai i20 gespöttelt, entdecken sie jetzt den Typ “City”. Klein in der Abmessung, sparsam im Verbrauch, aber dennoch ein Auto, dass Spaß macht und besonders junge Menschen ansprechen soll. Audi wird 2012 den Audi City auf den Markt bringen, Mini startet mit dem Project i und Volkswagen wagt den Downgrade zum Up, der ja schon auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2007 vorgestellt wurde. Auch Opel will diesmal den Trend nicht verschlafen und arbeitet an einem Opel Mini der 2014 kommen soll.
Sorgen mache ich mir nur um die Preise. Wird der Opel Corsa Limited zurzeit zu erfreulichen 8.990 Euro angeboten. Startet der Audi A1 15.800 Euro. Als Diesel mit einigen Extras landet man schnell bei 25.000 Euro und mehr. Leute, das sind zirka 50.000 Deutsche Mark. Wer soll das bezahlen?
Fotos © Audi | Kebschull


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Nun werden wir in Deutschland neuwagenmässig von diversen Medien fach- und markengerecht informiert und betreut. Der Markt regelt sich auch bei Kleinstwagen über Angebot und Nachfrage. Wenn man berücksichtigt, das Berufswechsler und oder Neueinsteiger in allen Berufs-Sparten im Durchschnitt 500,– € weniger verdienen als ihre Kollegen, ist langfristig wieder der Trend zum sparsamen Einstiegs-Auto zu erkennen.
Natürlich lebt ein Teil der Deutschen ein ausgeprägtes Markenbewusstsein, welches er passend zum beruflichen Aufstieg gerne über sein Auto symbolisiert. Aber es gibt auch die Zielgruppe der Kosten-Nutzen -Rechner, die durchaus die Slow-Cost Marken Dacia und Skoda den Vorzug geben. Wer hindert mich daran? Keiner! Höchstens meine Einbildung, mein Markengefühls-Bewusstsein. Und meine Erfahrung mit diversen Fahrzeugen, die mich in den letzten 30 Jahren Autofahrer- Vergangenheit nie im Stich ließen. Angebot und Nachfrage werden es wie immer auch in 2010 richten. Denn wer weniger Geld zum Ausgeben hat, muss auch anders rechnen und kalkulieren. Somit ein klarer Trend zum Low-Cost Fahrzeugen für Familien, Single-Haushalte ohne Standesdünkel.
„Wer soll das bezahlen“, gab es mal ein Karnevalslied. Neuwagen sind nur was, wenn die Abwrackprämie hilft oder eine günstiger 1,9%-Finanzierung den Wagen bezahlbar macht.
Ansonsten lohnt es sich, mal einen Jahreswagen zu prüfen. Da hat man vielleicht schon 30 Prozent gespart und der Wagen ist wie neu und hat auch noch Garantie.