(3) Kia Cee’d GT 1.6 GDI 204 PS – Test

von Gerd Kebschull am 30. Oktober 2013

Der Kia Cee’d GT hat uns zwei Wochen lang ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Er hat keine Schwächen gezeigt und auch im Alltag überzeugt. Einziger Vorwurf: Der spritzige 1.6 T-GDI mit Twin-Scroll-Turbolader verführt zum Gas geben. Aber wer will, kann auch mit 6,5 l/100 km sparsam unterwegs sein. Aber wer will das?

Der Kia Cee’d GT im Alltag

Schade, unser Kia GT hatte leider noch nicht das neue Sound-Paket an Bord.

Kia Cee'd GT 204 PS Kia Cee’d GT 204 PS

Kia Cee'd GT 204 PSIch will nicht meckern, der Sound ist nicht schlecht und natürlich können wir ein 1,6 Liter Triebwerk nicht mit einem Porsche Boxster (Boxer) Motor vergleichen. Aber der Citroën  DS4 hat es vorgemacht und Kia bietet es jetzt auch an. Sound ist für Sportwagenfahrer wichtig – und Kia hat unser Flehen erhört. Wer braucht dann ein Autoradio (außer für Verkehrsfunk), wenn der Motorsound den Fahrer elektrisiert.

Im Alltag volle Punktzahl. Dank 5-Türer steigen alle Passagiere bequem ein und aus. Auch hinten ist genügend Platz für zwei Personen oder drei Kinder. Der Kofferraum ist – würde ich sagen, ohne nach zuschauen – golftypisch mit 380 Litern. Da passen fünf Kisten Wasser rein, ohne dass gestapelt und umgebaut werden muss. Wenn die Rücksitze umgeklappt werden, entsteht fast eine ebene Ladefläche mit 1.318 Litern bis zur Dachhöhe.

Ölwechsel alle 12 Monate oder 15.000 Kilometer das – ist lästig. Auch Motoren, die etwas höher “gezüchtet” sind, müssen in der Regel nur alle 24 Monate oder 30.000 Kilometer (verschleißabhängig) in die Werkstatt. Aber durch das 7-7-7-Versprechen entstehen ja keine zusätzlichen Kosten, daher kein Punktabzug.

Cee’d als Sprinter

Kia Cee'd GT 204 PSDer Kia Cee’d GT schafft den Sprint von 0 bis 100 km/h in 7,7 Sekunden (Werksangabe). Gefühlt hätte ich gedacht, dass der Wert unter 7 Sekunden liegt. Aber der GT hat schon etwas Mühe die riesige Antriebskraft von 265 Nm Drehmoment auf die Straße zu bekommen. Da drehen schon mal im ersten Gang die Vorderräder durch. Kurvenverhalten ist exzellent, meinen Lieblingskreisel hat er schnell durchfahren, wobei er – wie üblich bei Fronttrieblern – gern etwas über die Vorderachse schiebt. Der GT bleibt aber schön berechenbar und ESP greift im richtigen Moment ein. Die Bremsen sind tadellos.

Kraftstoffverbrauch

_MG_8988_Kia_Ceed_GT_3_4_1024Der Kraftstoffverbrauch ist nicht so grottenschlecht, wie manche Kollegen behaupten, aber natürlich ist der GT kein Sparschwein. Die versprochenen 6,1 l/100 konnten wir nicht erfahren, auch nicht in der Autoplenum-Minimal-Runde. Wer diesen Blog regelmäßig liest, weiß, dass wir dann extrem langsam und sparsam unterwegs sind und oft die Vorgaben der Hersteller erreichen, manchmal (Porsche) sogar unterbieten.

Wer auf der Autobahn auch mal schnell unterwegs ist, sollte schon so zwischen 9,5 bis 11 l/100 km einplanen. Das haben wir tatsächlich mit dem Porsche Cayman sparsamer hin bekommen (7 bis 8,5 l/100 km).

Modus  Strecke [km] Geschw. [km/h] Verbrauch [l/100km]
Autoplenum-
Vergleichsrunde (normal)
55 73 7,4
Super-Spar 14 62 6,5
Landstraße, sparsam 30 71 6,5
Landstraße, normal 71 61 6,9-7,3
BAB sparsam 54 99 7,1
BAB normal 104 110 8,5
BAB, schnell 166 118 10,8
Stadt 53 35 10,3

Testverbrauch nach 2.155 km, 82 km/h = 9,4 l/100 km

Fazit

Kia Cee'd GT 204 PS 1,6 Der Kia Cee’d GT hat das gehalten, was wir von einem GT erwarten: Viel Spaß, aber dennoch kein Punktabzug bei der Alltagstauglichkeit. Mit seinem Preis von unter 30.000 Euro ist er gegenüber den deutschen Herstellern konkurrenzlos günstig. Natürlich punktet Kia mit seinem 7-7-7 Sorglos-Paket.

Aber es gibt auch Gegner, beispielsweise der Seat Leon FR mit 180 PS für 23.940 oder den Seat Ibiza Cupra. Den Ford Fiesta ST oder Focus ST werden wir ebenfalls hier noch ausführlich vorstellen. Weitere Konkurrenz in die Rubrik “Die jungen Wilden” nachlesen.

VW Golf 7 GTDAls nächsten Kia werden wir den Allrader Kia Sorento vorstellen, der ab knapp unter 30.000 Euro startet. Für “unseren” Kia Sorento – 2,2 CRDI AWD Spirit (ab 42.290 Euro) haben wir ein besonderes Testgelände ausgesucht. Den Harz.

Mit einer Träne verabschieden wir den Kia Cee’d GT. Die Trauer währt nicht lange, denn der nächste Sportler steht vor der Tür: Der VW Golf 7 GTD, der bei knapp unter 30.000 Euro startet. Hier wird Sportlichkeit (230 km/h) angenehm mit Geiz verknüpft. Der GTD mit 184 Diesel-PS und 380 Nm Drehmoment ist bereits für Euro 6 zugelassen. Der neue Diesel-Sportler soll sich im Schnitt mit 4,2 bis 4,5 l/100 km begnügen. Kann das sein? Wir geben die Antworten.

Linktipps:

Fotos © 2013 Redaktionsbüro Kebschull | Volkswagen Pressefoto (1)

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(2) Rückblick auf 2013 – Starke Diesel
1. Januar 2014 um 11:14

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Frank 31. Oktober 2013 um 12:54

Schade das es den GT nicht als Automatik gibt. Ja jetzt wird wieder kommen Automatik? Aber würde ich ganz gut finden ;-)

Schwen 5. November 2013 um 13:15

Schickes und sportliches Design hat der Kia Cee´d GT ja, da kann man sich nicht beschweren. Jedoch hat mich der tatsächliche Kraftstoffverbrauch ein wenig abgeschreckt. Vielleicht ist er deswegen ja auch günstig.

lg Sven

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