Ein Auto ohne Partikelfilter und elektrischen Fensterhebern, so etwas gab es? Mit den elektrischen Helfern zog auch der „Stress“ ins Autoleben. Sauber auf dem Weg zu Euro 6.
Diesel auf dem Vormarsch
- Diesel, klar, gab es schon immer und zwar bei den LKW sogar als Direkteinspritzer.
Mein erstes Dieselfahrzeug war ein Mercedes 190D. Tolles Auto, mit unter sieben Liter Diesel unterwegs und sogar Steuerbefreit, was ich damals bei meiner Entscheidung gar nicht berücksichtigt habe. Beim Mercedes 250D ging dann die Debatte um die Partikelfilter los. Über die man heute, mit Sicht auf Euro6, nur schmunzeln kann.
Leichtbau war auch schon vor Jahrzehnten ein Thema: Der BMW 503 1963, IAA 2009 in Frankfurt
Als ich 1996 im Internet formuliert habe, warum es keinen Sportwagen mit Dieselmotor gibt, hätte man mich am liebsten geteert und gefedert. Und wer hatte Recht? 1998 gewann BMW mit einem 300 PS starken Diesel das 24h-Rennen auf dem Nürburgring, 2006 startete Audi mit dem R10 TDI erstmals mit einem Diesel und gewann 2008 in Le Mans (Frankreich). Noch in diesem Jahr baut Porsche in seinen Porsche Panamera ein Dieseltriebwerk ein. Richtig so, denn auch im Porsche Cayenne war der Schritt zum Diesel längst überfällig und kam meiner Meinung nach viel zu spät.
Die heutigen Dieseltriebwerke erfüllen leicht Euro 5 und die neuen Motoren von BMW sogar schon die erst 2014 anstehen Euro-6-Norm. Die ehemalige “Dieselgedenk-Minute” für das Vorglühen gibt es nur noch bei strengem Frost. Das hässliche Dieselnageln gehört längst der Vergangenheit an. Ich denke (s.a. Teil 4 Ausblick), der Diesel wird uns noch lange erhalten bleiben.
Elektronik: Fluch und Segen
Der BMW 318d am Gardasee (Italien): Euro 5 und ein Verbrauch (im Urlaubsmodus) von etwa fünf Litern Diesel
Erst ist die A-Klasse beim Elchtest durchgefallen, dann hat Audi seine Pleite mit dem Audi TT erlebt. Einige Kunden haben dem Quattro wohl zu viel zugetraut und fanden sich urplötzlich im Garben wieder. ESP heißt das Zauberwort. Sogar in der Klasse der Kleinwagen findet man diesen Helfer immer öfter schon serienmäßig.
Kein Mensch will auf diese elektronischen Helfer mehr verzichten und spätesten dann, wenn ESP (z.B. in diesem glatten und schneereichen Winter) jemanden vor dem Graben gerettet hat, weiß man das ESP Leben retten kann. Die Fülle von elektronischen Hilfsmitteln ist enorm und gerade für das Autojahr 2011 haben die meisten Hersteller einen Komplett-Schutz im Angebot (s.a. Das Autojahr 2011 – Ford).
Elektronik kann aber auch ein Fluch sein. Die Mercedes E-Klasse Fahrer haben es schmerzlich erfahren. Autos haben ihren Besitzer einfach ausgesperrt. Ich bin ständig mit meinem Audi TT in den Kassler Bergen liegen geblieben. Diagnose: Bremslichtschalter! Mechatroniker in den Werkstätten sind oft überfordert. Kann demnächst eine Inspektion nur noch durch einen Ingenieur durchgeführt werden?
Im nächsten und letzten Teil geht es um den Ausblick. Was passiert in den nächsten fünf bis zehn Jahren? Setzt sich da E-Mobil durch oder sind wir nur noch mit Wasserstofffahrzeugen unterwegs?
Das Autojahr 2011
- (1) 125 Jahre Autobobil – Fiat 770
- (2) 125 Jahre Automobil – Sicherheit
- Weiter mit Teil 4: 125 Jahre Automobil – Ausblick
- Alle Infos zu dem Thema unter www.automobilsommer2011.de
Fotos © Redaktionsbüro Kebschull

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