(2) Porsche Cayman R – ADAC FSZ

von Gerd Kebschull am 28. September 2011

Der Porsche Cayman R ist kein bisschen weichgespült. Er will als Sportler auf der Nordschleife Rekorde aufstellen. Wir haben ihn auf dem Tracktest von MotorVision (ADAC Fahrsicherheitszentrum in Augsburg) auf Herz und Nieren getestet. Kann er mit dem wesentlich stärkeren Bruder Porsche 997 GTS (408 PS) mithalten?

Brutal glatt auf dem Schleuderstreifen

Eigentlich sollte das Wetter heute ganz gut werden. Falsch! Bis 10 Uhr Nebel und Feuchtigkeit auf der Straße. Eine echte Herausforderung für den Porsche Cayman R auf dem Schleuderstreifen. Obwohl nicht bewässert, ist der so glatt, dass man schon als Fußgänger aufpassen muss, nicht die Gewalt über die eigenen Beine zu verlieren. Also erst einmal langsam an den Grenzbereich herantasten.

Porsche Cayman R - 330 PS

Porsche Cayman R: Vorsichtig bissig! Nein, der will nur spielen...

Das ESP (Porsche Stability Management, PSM) leistet extrem gute Arbeit und fängt den Cayman gut ab. Im nächsten Versuch habe ich es dann übertrieben. Gut dass die Straße breit genug an der Stelle ist. Auch mit PSM gibt es Grenzen, die man ausloten muss. Ansonsten gibt es Blechschaden.

Porsche Cayman R

Porsche Cayman R: Mittelmotor, 330 PS, fester Spoiler = Sportgerät

Felix Sutschek, Redakteur von Auto- Online-Magazin ist für uns den Porsche Cayman R auf der Tracktest-Strecke von MotorVison beim ADAC Fahrsicherheitszentrum (FSZ) gefahren. Die Freude über das problemlose Handling stand ihm ins Gesicht geschrieben.

Der Porsche Cayman R hat richtig Spaß gemacht.
Hattest Du erwartet, dass er sich so brutal im Grenzbereich bewegen lässt?

Felix Sutschek

Felix Sutschek

Felix Sutschek: Wer von einem R Modell bei Porsche etwas anderes erwartet, hat das Thema verfehlt. Der Cayman R macht genau das, was ich mir von ihm erhoffte. Er ist sauschnell, gibt glasklar ein Feedback über den Fahrbahnzustand und macht einfach Spaß.

Der Sound ist schon genial, wenn man den Klappenauspuff (Sportabgasanlage, 2.153,90 €) öffnet.
Wie hast Du den Sound des Porsche Cayman R empfunden?

Porsche Cayman R

Der Porsche Cayman R auf der Trackstrecke von MotorVison (ADAC, FSZ Augsburg)

Felix Sutschek: Der Sound beim Anlassen ist eigentlich fast schon verboten gut. Ein derart aggressives Bellen habe ich selten gehört. Wer aber die Sportabgasanlage betätigt, bekommt ein zusätzliches, sonores Röcheln in die Gehörgänge gepresst, welches mich ein bisschen an ein wildes Tier erinnert, das an seiner Leine zieht und kurz davor ist, sich selber zu Strangulieren. Ein wildes Tier das von der Leine gelassen werden will. Und genau dazu animiert der Sound auch, man lässt sich als Fahrer gerne verleiten dem Tier mal die Sporen zu geben. Gänge runter, Drehzahl rauf, Gaspedal durch und sich vom Schalldruck tragen lassen. Genial! Verführerisch! Aber schnell weit jenseits der Legalität.

Ich weiß, der Vergleich mit dem Porsche 997 GTS ist schwierig. Dennoch die Frage
Wer war in Augsburg der bessere Sportler?

Felix Sutschek: Eigentlich eine unfaire Frage. Aber vermutlich stellten sich die Entwickler in Zuffenhausen eine ähnliche Frage. Sie entwickelten ja den Cayman R, der offensichtlich eine andere Zielgruppe bedient als der GTS. Damit ist die Frage auch schon beantwortet. Für Leute die öfters mal einen Ausflug auf die Rennstrecke machen, ist meines Erachtens der Cayman R die bessere Alternative. Der GTS kann das auch, gibt aber eher den Gran Tourismo mit Sportpotenzial.

Dein persönliches Fazit?

Felix Sutschek: Für den Alltag ist der Cayman R fast zu hart und zu krass. Fällt auf, wie ein bunter Hund. Zudem muss man sich in den Porsche Cayman R richtig fiese reinfalten und noch fieser rausfalten. Da ist Leidensfähigkeit gefragt. Aber man wird für das Geld kaum ein besseres Auto für den gelegentlichen Rennstreckenausflug bekommen.

Kurz zusammengefasst: selten geile Karre, die mich auf Dauer vermutlich den Führerschein kosten würde.

Danke an das ADAC FSZ

ADAC Fahrsicherheitszentrum

Vielen Dank an das ADAC Fahrsicherheitszentrum (FSZ) in Augsburg, die es uns wieder einmal ermöglicht haben, den Porsche Cayman R ausgiebig zu testen und zu fotografieren.

Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB)

Zum Cayman R würde natürlich  exzellent die Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB) passen (8.032,50 €,  Keramik-Bremsanlage, kohlefaserverstärkte Keramik-Bremsscheiben, innenbelüftet und gelocht, Bremsscheibendurchmesser 350 mm vorne und hinten, 6-Kolben-Bremssättel an der Vorderachse und 4-Kolben-Bremssättel an der Hinterachse, Bremssättel gelb lackiert). Natürlich schon ein stolzer Preis. Schade, dass wir die Bremsen nicht haben testen können. Vielleicht demnächst in einem der nächsten Porsche Fahrzeugen.

Fazit

Der Porsche Cayman R hat ein extrem hohes Suchtpotenzial. Wer Spaß hat an harten sportlichen Fahrzeugen, der sollte den Porsche Cayman R mal testen. Wer einen Porsche 997 C2 schon als hart und laut empfindet, der sollte mal den Opel Insignia V6 4×4 testen. Unser Fazit: Der Cayman R ist genau richtig. So muss ein Sportwagen sein.

Linktipps:

Fotos © Redaktionsbüro Kebschull

{ 4 Trackbacks }

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{ 1 Kommentar… lesen Sie unten oder schreiben Sie selbst einen }

Peter Bamann 28. September 2011 um 18:59

DER WAHNSINN ! ! !
Wer es weich mag, hat ja Alternativen…und wenn es das Sofa ist!

Beitrag: begeisternd und ansteckend!
Lese schon alles, was ich finde! ;-) ))
Gruß

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