(2) Porsche 911 (Typ 991) S

von Gerd Kebschull am 14. Juni 2012

Heute muss der Porsche 911 S zeigen dass er das Zeug zum Sieger hat. Dem Fahrer zeigt er auch im Normalmodus, dass er ein Sportler ist. Der Sport-Modus ist meiner Meinung nach sogar eher ein SportPlus und das ist gut so.

Auf der Trackstrecke ADAC FSZ

… ist der Porsche sofort zu Hause. Er ist von der Fahrt nach Augsburg schon auf Betriebstemperatur. Nach den ersten Fotos Static-Display wird das wilde Tier von der Leine gelassen – und wie.

Porsche 911 (Typ 991) S Porsche 911 (Typ 991) S – Der Schönling, der extrem sportlich ist. Erst bei 302 km/h ist Übungsende

Porsche 911 (Typ 991) S

Der Porsche 911 frisst sich in die Kurve nur so herein. Der Sportwagen krallt sich mit den 20-Zöllern in den Asphalt und selbst ich, der eher vorsichtige Fahrer, wird von Runde zu Runde schneller.

Der Porsche ist unheimlich schnell, im SportPlus-Modus schreit er seine Freude über den schnellen Ausritt nur so in die Welt. Fahrer und Auto sind schnell eine Einheit. Man möchte gar nicht mehr aussteigen und das breite Grinsen der Redakteure ist so breit – breiter geht’s nicht. Das kraftvolle Triebwerk zusammen mit dem Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) sind ein geniales Gespann. Trotzdem, wie immer hier an dieser Stelle die Warnung: Jeder Fahrer sollte sehr langsam seinen persönlichen Grenzbereich ausloten und es ist falscher Ergeiz auf einer “Rennstrecke” oder auf der Strasse beweisen zu wollen, dass man der große Racer ist. Das ESP kann einen retten, man muss dem Porsche Carrera aber auch die Chance dazu geben.

Felix Sutschek, Redakteur Auto-Online-Magazin.de ist den Porsche 911 S auf der Trackstrecke ADAC FSZ gefahren.

Felix, dein vierter Porsche und wieder ein Sportwagen mit 400 PS. Wie war es?

Felix Sutschek

Felix Sutschek: Schnell. Gut. Und zu schnell wieder vorbei. Der 991 macht einfach Spaß. Eigentlich ließe sich alles in zwei sehr kurzen Sätzen ausdrücken: Liegt wie Brett. Geht wie Sau. Interessanterweise muss man „Säuft wie Loch“ in diesem Zusammenhang nicht einmal nennen. Wenn man ihn normal, zivil fährt, dann bleibt man locker unter 10 Liter. Für ein solches Geschoss ist das ein guter Wert. Klar, dass das auf dem Tracktest nicht zu halten ist, dort sind es eher um die 25 Liter, aber im Alltag echt gut.

Den Porsche Panamera Diesel lassen wir mal außen vor. Aber wie ist der Porsche 991 im Vergleich zum Porsche 997 GTS und zum Cayman R?

Porsche 911 S

Felix Sutschek: Der Cayman R ist eigentlich auch zu extrem, um ihn mit dem 991 Carrera S zu vergleichen. Den Cayman R zu fahren, ist wie eine Rasierklinge zu reiten. Der 991 Carrera S und der 997 GTS sind schon eher vergleichbar. Beide extrem stark, beide sehr gut beim Feedback, beide mit extrem hohem Spaßfaktor, ohne dabei zu überfordern. Der 997 GTS hatte die, für extrem ambitioniertes Fahren, besseren Sitze. Dafür ist beim 991er das Feedback noch einen ticken besser. Trotz der riesigen 20 Zoll Räder.

Dein persönliches Fazit

Wenn man mal den Porsche GT2 RS nicht berücksichtigen, ist der Porsche 991 S2 vermutlich aktuell nur durch den Porsche 911 Turbo oder den Porsche 911 GT3 4.0 RS zu schlagen – oder?

Porsche 911 S

Felix Sutschek: Jeder der genannten ist eine eigene Evolutionsstufe des gleichen Themas mit unterschiedlich gesetzten Schwerpunkten. Der Porsche 991 Carrera S ist dabei sicherlich die derzeit zivilverträglichste und kostengünstigste Möglichkeit einen extrem sportlichen Wagen der 911er Reihe zu fahren. Denn trotz des hohen Alltagswertes macht er auf dem Rundkurs eine extrem gute Figur. Und von dem Nimbus lebt er. Er kann, wenn man ihn lässt, sehr schnell sein. Aber er kann auch sehr entspannt. Ein gelungenes Konzept, das sich vor seinen Brüdern nicht zu verstecken braucht.

Danke

Vielen Dank an das ADAC Fahrsicherheitszentrum (FSZ) in Augsburg, das uns die Chance gegeben hat, den Porsche 911 S ausgiebig zu testen und zu fotografieren.

Zwischenfazit

Porsche 911 S

Der Porsche 911 ist schon jetzt als S der Supersportler schlechthin. Mit dem 400 PS-Triebwerk, gepaart mit dem Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK), hat er kaum noch Gegner auf den deutschen Autobahnen.

Der Porsche macht aber auch viel Spaß, wenn man im dichten Verkehr vor sich hin bummelt. Das Radio ist seit über 1000 Kilometer ohne Beschäftigung und meldet sich nur schüchtern, wenn es eine Verkehrsmeldung gibt. Den Sound, den die Porsche Ingenieure komponiert haben, will ich jeden Kilometer genießen. Der neue Porsche 911 kann also nicht nur schnell und wenn man will auch laut – sondern auch energiebewusst.

Die “ewig Grünen” werden zwar immer noch meckern, dass 7,3 Liter SuperPlus zu viel sind. Aber die Zeiten, als sie mit selbstgestricktem Pullover mit dem Fahrrad ins Parlament gefahren sind, sind lange vorbei. Mir ist nicht bekannt, dass es im Fuhrpark des Bundestages Fahrräder gibt. Dort stehen meist größere Limousinen.

Linktipps:

Fotos © 2012 Redaktionsbüro Kebschull

{ 3 Trackbacks }

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