Der Ford Focus ist ein Bestseller, dann aber in erster Linie als Tunier. Als RS ist er ein Wunderwerk an Technik. Ursprünglich waren nur 1.200 Stück geplant, jetzt legt Ford noch einmal 400 Stück für Deutschland nach. In England wurden bereits über 2000 Stück verkauft.
Familienfreundliches Sportgerät
Geht das? Ich denke ja: Ford hat den Spagat geschafft, denn immerhin können bis zu vier Personen einigermaßen bequem ihr Ziel erreichen. Um auf den hinteren Bänken Platz nehmen zu können, werden die vorderen Recaro-Sportsitze einfach nach vorne hin umgeklappt.
Ford Focus RS - Zwei mächte Endrohre kennzeichnen dieses Sportgerät
Der Kofferraum ist zwar kein Wunderwerk an Platz, bietet aber immerhin bis zu 400 Liter (Porsche Boxster 280 Liter). Bei umgeklappten Sitzen bietet er sogar deutlich mehr Raum für Koffer und Taschen.
Das Ein- und Aussteigen über die Wulst des Recaro-Sportsitzes erfordert eine kleine Sporteinlage. Aber hat man die erste schnelle Kurve in diesem Gestühl erlebt, möchte man keinen anderen Sitz mehr haben. Ich habe fast 200.000 Kilometern in einem Recarositz zurückgelegt. Die Sitze sind hart – und passen perfekt zum Auto.
Oft kommt der Hinweis, dass der Spoiler so ein bisschen auf Krawallo, Motorshow Essen macht. Aber ich denke, wer sich so ein Auto kauft, möchte auch seine Sportlichkeit unterstreichen. Außerdem ist der Spoiler kein Show-Gimmick, sondern ein Instrument, um den Boliden auf der Straße zu halten.
Der RS auf der Nordschleife
Die Kollegen von Sport Auto (08/2009) haben den Wagen intensiv auf der Nordschleife getestet und dem RS durchweg gute Noten gegeben. Die berüchtigte “Grüne Hölle” hat er in 8.26 Minuten zurückgelegt. Im Vergleich dazu war der Mercedes SLK 55 AMG nur 0.02 Minuten schneller. Querbeschleunigungen von 1.2 g steckt der Focus RS einfach so weg, auf der Döttinger Höhe kommt der schnellste Ford mit 221 km/h angeflogen.
Ich denke für uns, als normale Kraftfahrer, zählen andere Faktoren: Wie fühlt sich der Wagen bei der Beschleunigung an, wie verhält er sich in den Kurven usw.? Auf den Punkt gebracht lautet die wichtigste Frage sicherlich: Wie sicher fühle ich mich im RS? Ich habe in dem Auto ein sehr gutes Gefühl. Natürlich animiert er den Piloten auf der Landstraße, auch mal eine Kurve etwas schneller zu nehmen – oder bei der Beschleunigung, den Druck im Rücken zu spüren. Aber immer war der Fronttriebler stabil unterwegs.
Auch das Verzögern zaubert Motorsportsound in den normalen Straßenverkehr. Denn, wenn mal das Gas zu schnell zurückgenommen wird, bläst der Motor den überschüssigen Ladedruck über das Wastegate-Ventil ab. Ein Geräusch, das wir von der Rennstrecke her kennen und lieben. An das man sich aber, als normaler Autofahrer, ganz bestimmt erst einmal gewöhnen muss.
In der nächsten Woche fahre ich mit dem Ford Focus RS nach Donauwörth und habe von dort aus, einen Wedeltest auf dem Gelände des ADAC Fahrsicherheitszentrums in Augsburg geplant.
Linktipps:
- Ford Focus II RS Teil 1
- Ford Focus RS auf Autoplenum.de
Fotos (c) Gerd Kebschull




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