Für die einen ist der Porsche Carrera 997 (z.B. als C4, Allrad) nicht sportlich, nicht hart genug – und für die anderen ist der Porsche 997 GT3 zu hart, zu spartanisch – kein Auto zum Flanieren und zum Cruisen. Für alle diese Kunden hat Porsche den 997 GTS gebaut – und mein Herz getroffen: Genau so muss (m)ein Porsche sein.
Einsteigen und nicht mehr aussteigen wollen
Es war Liebe auf den ersten Blick. Wie er im Werksgelände da steht, auf seinen breiten 315er dunklen 19 Zoll-Alufelgen. Starten, natürlich traditionell links, daran hat man sich schnell wieder gewöhnt. Satt bollert der Boxstermotor, der hat mich schon im 993 verzaubert, lässt die Haare an den Armen hoch stehen. “So schlimm?”, fragt ein Kollege. Schlimmer!
Porsche 997 GTS ein Männertraum, den auch die Frauen lieben
Der Porsche Carrera 997 GTS hat einen Durchschnittsverbrauch von 13,5 auf dem Bordcomputer stehen. Oh, da haben es die Vorgänger aber krachen lassen. Ein Reset des Bordcomputers und dann los. Ich bin ein bekennender Schalter, aber das Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) hat es mir sofort angetan. Es schaltet so, wie ich geschaltet hätte, wenn man bummelt, liegt Ruck-Zuck der 7. Gang an, etwas Gas, Zack der 6. Gang, noch etwas mehr Gas – Klick der 5. Gang. Jetzt setzt der Schub ein und der GTS stürmt los, wie ein junger Hengst, der endlich losgelassen wird.
Auf der Strecke nach Donauwörth ist Bummeln angesagt. Entweder bremst der dichte Verkehr, es ist Freitag Nachmittag und auch die Pendler wollen nach Hause – oder die Baustellen. Jetzt endlich weniger Verkehr, aber nun Tempolimit auf 100 km/h, dann 120 km/h oder in den diversen Baustellen 80 km/h. Egal, der Porsche macht bei jeder Geschwindigkeit Spaß, sogar im zäh fließenden Feierabendverkehr.
Spritsparwunder im Bummelbetrieb
Ein schwarzer Porsche Turbo mit S-Kennzeichen überholt uns, dann überholen wir, alles bei Tempo 120. Daumen hoch, der GTS findet Anerkennung vom Turbo-Fahrer. Dann die Sensation, der Kraftstoffverbrauch schraubt sich – je länger wir durch die Baustellen bummeln, auf unter 8 Liter pro 100 Kilometer. Kann das sein? Können die Porsche-Ingenieure hexen? In Donauwörth haben wir nach 214 Kilometern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 98 km/h, einen Verbrauch von 8,2 l/100 km protokolliert. Unglaublich, bei einem 6-Zylinder mit 408 PS. Wir hätten bei dieser Fahrweise einen Aktionsradius von etwa 1000 Kilometern. Hurra, ohne Tankstopp bis Donauwörth.
Irgendwann habe ich mal gelernt, dass ein Benzindirekteinspritzer seinen kraftstoffeinsparenden Vorteil (ca. 15 Prozent) nur im unteren Drehzahlbereich ausschöpft. Bei hohen Drehzahlen, also im Volllastbereich, bringt auch der beste Direkteinspritzer keinen Vorteil.
Der Sportler atmet aus
Auf der A7 Richtung Kassel mal endlich freie Bahn. Den Klappenauspuff geöffnet und Gas geben. PDK schaltet sofort in den 5. Gang und schiebt mächtig an. Mehr als zweimal 270 km/h waren heute nicht drin. Ich bin aber optimistisch die 300-Marke zu knacken. Bei diesem schnellen Streckenabschnitt, mit meist 160 bis 180 km/h und den beiden Sprints mit 270 km/h, haben wir über 270 Kilometer, einen Verbrauch von 12,1 Liter bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 145 km/h, festgehalten.
Der Porsche Carrera GTS startet bei 104.935 Euro, das GTS-Cabrio kann man ab 115.050 ordern, natürlich ohne PDK und Extras. Donnerstag geht es zum ADAC Fahrsicherheitszentrum nach Augsburg.
Linktipps:
- Rückblick: Der Audi R8
- Der Porsche 911 auf Autoplenum
- Der GTS auf porsche.de
- Die Serie “Sportwagen” im Blog auf Autoplenum.de
- Weiter mit Teil 2
Fotos © 2011 Redaktionsbüro Kebschull



{ 7 Trackbacks }
{ 1 Kommentar… lesen Sie unten oder schreiben Sie selbst einen }
top Artikel, danke!