Es muss 2004 gewesen sein, da durfte ich den ersten Wasserstoffbus von Daimler Benz fahren, zwei Jahre später das erste Wasserstoffauto, eine A-Klasse. Mit einem Wasserstoff U-Boot bin ich in der Ostsee auf Tauchstation gegangen (s.a. “Lautlos und unsichtbar“). Jetzt teste ich das erste echte Elektroauto, den Opel Ampera. Den Toyota Prius, den ich zirka 1998 gefahren bin, zähle ich mal nicht. Kann der Opel Ampera unsere hohen Erwartungen erfüllen?
Keine Angst vor Elektroautos
Der Umgang mit dem Opel Ampera ist völlig unspektakulär. Einsteigen (Keyless-Go), Bremse drücken, Power On, Gang einlegen und losfahren. Ein leises Pfeifen deutet daraufhin, dass es losgehen kann.
Der Opel Ampera flüstert sauber ans Ziel
Das war’s? Ja. Und das Aufladen und Tanken? Genauso einfach. Ich denke unsere 8-Jährige Enkelin würde es hinbekommen: Stromadapter an eine 230 Volt-Steckdose anschließen, die Klappe für die Elektrobuchse öffnen, einstöpseln – fertig. Nach etwa acht bis zehn Stunden (genauen Wert müssen wir noch liefern) kann der Ampera wieder für etwa 55 bis 80 Kilometer rein elektrisch gefahren werden. Als Motorisierung stehen bereit: ein Elektromotor mit 111 kW (150 PS) und ein Generator als Benzinmotor mit 1.4 Liter, 63 kW (86 PS) zur Reichweitenverlängerung.
Reicht die Reichweite?
Ja sagen die Fachleute von Opel, denn 80 Prozent unserer Fahrten liegen unter 60 Kilometer. Die restlichen 20 Prozent deckt ein Benzinmotor mit 82 PS ab, der zusammen mit der Batterieladung für eine Reichweite von etwa 600 Kilometern sorgt. Das ist doch mal eine Aussage.
Ideal für Pendler und für die Umwelt
Das Konzept ist also beispielsweise abgestimmt auf einen Pendler, der täglich etwa 60 Kilometer zur Arbeit fährt, dort ein Carport mit Photovoltaik-Anlage hat und hier den Stromer wieder aufladen kann. Zurück geht es dann natürlich wieder elektrisch.
Wir haben uns für den Test extra einen digitalen Stromverbrauchmesser zulegt. Zwischen 11,8 und 13,2 kW saugt der Opel Ampera in etwa acht Stunden aus dem Stromnetz. Die grüne Cockpitlampe zeigt an: Ladevorgang. Blinkt sie, ist der Ampera wieder voll und startklar für den nächsten Trip. Opel garantiert, dass die Batterie 160.000 Kilometer halten soll. Etwa 6.500 Opel Ampera sind bestellt, meldet Opel stolz.
Der Opel Ampera ist noch selten auf Deutschlands Straßen unterwegs. Man wird an jeder Ecke bestaunt. Eine Dame, die sicher kein “echter” Autofan ist, nähert sich interessiert. “Fahren Sie gleich weg? Ich will mal hören, wie der sich anhört”, so die Frage. Ich: “Wie sie gleich “hören” werden, hören sie nichts.” Und so gleitet der Ampera auf leisen Sohlen davon.
Zwischenfazit
Opel Ampera: Grafisch bekommt der Fahrer alle Information eingespielt. Am Anfang etwas verwirrend, nach wenig Übung aber sinnvoll
Der Opel Ampera ist ein vollwertiges, chices Auto, das viel Spaß macht und bei richtigem Umgang die Betriebskosten senkt. Was viele potenzielle Kunden abschreckt, ist der hohe Preis: ab 43.900 Euro startet der Opel Ampera. Für die Premium Version als Opel Ampera ePionier (Testfahrtzeug) werden fast 50.000 Euro fällig.
Aber gibt es in fünf oder zehn Jahren eine Alternative zum Wasserstoff- oder E-Auto? Noch ist nicht klar, wie sich der chinesische Automarkt entwickelt. Fährt dann jeder zweite Chinese ein Auto, sind die Ölvorräte schneller verbraucht, als uns lieb ist. Ein Szenario, über dass ich gar nicht nachdenken mag.
Im nächsten Teil geht es um die Alltagstauglichkeit. Wie rechnet sich der Opel Ampera auf der Langstrecke? Wie schlägt er sich auf der Autoplenum-Vergleichsrunde? Und schafft er auch mehr als 60 Kilometer rein elektrisch? Wir geben die Antworten.
Linktipps:
- Der Opel Ampera auf autoplenum.de
- Der Opel Ampera (englisch) mit Ampera Blog
- Viele Fragen und Antworten von den Experten im Opel-Ampera-Forum
- Mitdiskutieren im Opel-Ampera-Blog auf Google+
- Weiter mit Teil 2
- Elektrische Details: Der Opel Ampera auf Stromauskunft.de/blog
Fotos © 2012 Redaktionsbüro Kebschull



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Leider lese ich sogar in der Presse immer wieder den selben Fehler:
“Wasserstoff- ODER Elektroauto”
Ein Brennstoffzellenfahrzeug ist auch ein Elektroauto, nur mit kleinerer “Pufferbatterie”. Eigentlich ist ein EREV (Opel Ampera) dem Brennstoffzellenfahrzeug in der Bauart noch ähnlicher, da die Brennstoffzelle im Brennstoffzellenfahrzeug dem Range-Extender im Ampera entspricht und eine kleinere Pufferbatterie speist, die bei der Brennstoffzelle mangels Größe leider nicht vom Netz geladen werden kann.
@opel-ampera-forum: Natürlich ist ein Wasserstoff-Auto auch ein Elektroauto und ein Wasserstoff-U-Boot ein Elektro-U-Boot. Das hat sich im Sprachgebrauch nur so eingebürgert, weil beispielsweise beim Wasserstoff-Auto die Primärenergie Wasserstoff ist, die dann in Elektroenergie umgewandelt wird.
Opel hat die Ladekabel-Palette für den Ampera anscheinend aktualisiert und bietet jetzt an:
- Ladekabel-Set (aufwickelbar, ?? A, Kat. 24 00 080) 299 EUR
- Heimladestation (Spiralkabel, 16 A, Kat. 17 02 005) 460 EUR
- Kabel für Ladestation (Typ 2 zu Typ 1, Modus-3, Kat. 24 00 105) 315 EUR