(1) 12h-Rennen: Stau ohne Ende

von Gerd Kebschull am 29. Juni 2008

Chaos in Osthessen. Ausnahmezustand auf den Straßen. Und ich mitten drin. 6 Stunden ging gar nichts mehr. War diese Situation ein Ausblick auf das demnächst ständig stattfindende wöchentliche Autobahn-Chaos? Warum hat Bayern 3 diesen Stau nicht gemeldet? Und wo war eigentlich die Polizei?

Nichts geht mehr – und Schuld war ein betrunkener LKW-Fahrer

Bayern 3 meldet: Stau auf der A3, A4, A5, A6, A8, A9 – alles ganz normal. Wir haben auf der A7 freie Fahrt ins Wochenende. Plötzlich Warnblinklicht. Alles steht. Ich bin Staumelder. Also, Anruf beim ADAC. “Prima, vielen Dank”, war die Rückmeldung. Nach einer dreiviertel Stunde immer noch keine Meldung auf Bayern 3. Ich rufe den ADAC an. Warum wird der Stau nicht weiter gemeldet? ADAC: “Wie lang ist der Stau?” Ich: “Keine Ahnung, aber wir stehen hier seit einer dreiviertel Stunde, bestimmt fünf bis zehn Kilometer.” ADAC: “Dann kann ich die Länge nicht angeben.” Ich: Warum wird der Stau nicht an Bayern3 gemeldet? ADAC: “Da haben wir keinen Einfluss drauf.” Ich: “Aber dann macht das ganze Staumeldesystem keinen Sinn, oder.” ADAC: “Ich rufe mal in München an.” Bayern 3 meldet auch nach zwei Stunden nicht, dass es Probleme auf der A7 gibt.

Hessen3 meldet 24 Kilometer Stau auf der A7. Grund: Ein betrunkener LKW-Fahrer ist mit einem Gefahrguttransporter umgekippt. Autofahrer haben den Schlangenlinien fahrenden LKW-Fahrer an die Polizei gemeldet. Bevor die den Transporter von der BAB fischen konnten, hat dieser die Gewalt über das Fahrzeug verloren. Der LKW ist umgekippt. Der Fahrer hatte vermutlich über zwei Promille Alkohol intus. Na dann: Prost Mahlzeit. Wir stehen bereits seit über drei Stunden. Nur alle 20 Minuten fährt die Schlange 200 Meter weiter Richtung Autobahnabfahrt.

Totalsperrung. Auf der A5 staut es sich mittlerweile auf über 40 Kilometer, da der Verkehr nicht auf die A7 abfließen kann. Auch die Ausweichstrecken sind total überlastet. Auf der A7 lernt man sich kennen. Man raucht zusammen, spricht über die Fußball-EM. Ein etwa zweijähriges Mädchen schiebt mit dem Puppenwagen über die Autobahn. Hier geht sowieso nichts mehr. Nach etwa 30 Minuten wieder einsteigen und 200 Meter weiter Richtung Autobahnabfahrt. Teil 2 folgt.

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Foto Pixelio | Andreas Willfahrt

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